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35 Gruppen präsentierten sich beim 12. Braunschweiger Selbsthilfetag – rund 600 Besucherinnen und Besucher informierten sich über die unterschiedlichsten Themen

Gut besucht: der Selbsthilfetag 2015

Die Geehrten, eingerahmt von Ines Kamen, Leiterin der Kibis (links) und Oberbürgermeister Ulrich Markurth (rechts): (von links): Sigrid Schramm, Jürgen Westphal, Rosita Westphal und Elke Rock

Eine breite Palette an Themen zeigten die 35 ausstellenden Selbsthilfegruppen am 12. Braunschweiger Selbsthilfetag auf dem Kohlmarkt. „Das große Spektrum an Themen ist typisch für uns und die Selbsthilfe, denn die Themen sind ein Spiegel unserer Gesellschaft. Neben psychischen Erkrankungen haben soziale Themen ebenso ihren hohen Stellenwert in der Selbsthilfe wie auch gesundheitliche Themen oder alles rund um Menschen mit einer Migrationsgeschichte“, sagte Ines Kampen, Leiterin der Kontaktstelle für Selbsthilfe, Kibis, bei der Eröffnung der Veranstaltung. Nach dem Motto so wenig wie möglich, so viel wie nötig, unterstützt die Kibis seit 24 Jahren Selbsthilfegruppen in Braunschweig und trägt den Selbsthilfegedanken in die Öffentlichkeit. Aktuell gibt es 125 Selbsthilfegruppen in Braunschweig und die Zahl ist steigend.

Lothar Goyer, Sprecher des Selbsthilfegruppenrates und zugleich Mitglied von Alcomed, einer Selbsthilfegruppe für Alkohol- und Medikamentenabhängige, betonte in seinem Grußwort die große Bedeutung der Selbsthilfe: „Selbsthilfegruppen sind wichtig auf dem Weg zur Genesung .Egal in welchem Bereich“. Und aus eigener Erfahrung berichtete er: „In der Selbsthilfegruppe habe ich mein Selbstwertgefühl wiedergefunden.“ Selbsthilfegruppen helfen und zeigen: Das Gefühl, nicht allein zu sein mit seinen Belangen und Problemen und der Erfahrungsaustausch unter Gleichgesinnten bringt oftmals auch die Sicherheit im Alltag zurück.

Sozialdezernentin Dr. Andrea Hanke überbrachte die Grüße der Stadt und betonte: „Selbsthilfe ist ein wichtiges, niedrigschwelliges Angebot. Gerade in der heutigen Arbeitswelt und schnelllebigen Gesellschaft verändert sich vieles so schnell, dass einige Menschen diesem Tempo nicht folgen, mit den Entwicklungen nicht Schritt halten können und Probleme bekommen. Für viele wird diese Welt immer unverständlicher. Selbsthilfegruppen sind für Betroffenen hilfreich und zeigen: Du bist mit dem Problem nicht alleine."

Mit der niedersächsischen Ehrenamtsurkunde zeichnete Oberbürgermeister Ulrich Markurth und Schirmherr des Selbsthilfetages im Namen des Landes Ehrenamtliche aus Selbsthilfegruppen für ihr Engagement aus. „Es ist gut zu wissen, dass es Sie gibt. Ich bin froh, in so einer bunten Stadt zu leben, mit vielen engagierten Menschen, die füreinander da sind und sich gegenseitig unterstützen." 

Für ihr ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet wurde das Ehepaar Westphal, Großeltern pro Enkel, Sigrid Schramm, Guttempler, Claudia Ernst, Psychiatrie-Erfahrene Braunschweig, Elfriede Haufe, Aphasiker Selbsthilfegruppe Braunschweig und Elke Rock, Eltern-Kind-Treffen: „Kinder mit Behinderungen“.

Mehr als sechshundert Menschen, so schätzt Ines Kampen von der Kibis, nutzten über den Tag verteilt, den Selbsthilfetag, sich über die Angebote zu informieren.

Ein buntes Bühnenprogramm mit den "Two Generations", der "Tanzgruppe Rhythmus", der Trommelgruppe der Lebenshilfe, der Band Bamautzky und der Gymnastikgruppe Osteoporose rundete den Tag unterhaltsam ab.