Der polnische gemeinnützige Verein TRATWA startet mit dem Paritätischen Braunschweig als deutschen Kooperationspartner mit dem Projekt „Mein Platz“ – Moje miesjsce“. Jetzt wurde der Vertrag in Braunschweig beim Paritätischen von beiden Seiten unterzeichnet.
Ziel des Projektes ist es, benachteiligten jungen Menschen, die im polnischen Breslau/Wroclaw in Pflegefamilien leben, bei der sozialen Eingliederung zu helfen, ihnen berufliche Perspektiven aufzuzeigen und ihnen einen Zugang zum Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Insgesamt 24 junge Frauen und Männer im Alter von 16 bis 25 Jahren werden mit dem Projekt „Mein Platz“ unterstützt.
„Ein weiterer Wunsch und langfristiges Ziel ist es zudem, mit der öffentlichen Verwaltung enger zusammenzuarbeiten. Wir wollen zeigen, dass die Menschen bei Nichtregierungsorganisationen gut aufgehoben sind und wir öffentliche Aufgaben dauerhaft übernehmen können“, sagte Robert Drogos, Vorsitzender des Vereins TRATWA, denn so könne man effektiver auf die individuellen Bedürfnisse dieser Menschen eingehen, so Drogos weiter.
Das Projekt ist auf die Dauer von drei Jahren angelegt und wird mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds finanziert, der in Polen vorrangig Projekte zur Verbesserung der allgemeinen und beruflichen Bildung, zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit, sozialer Ausgrenzung und regionalen Ungleichgewichten unterstützt.
Für dieses Projekt sind - neben dem regelmäßigen Austausch und der Beratung - unter anderem gegenseitige Studien- und Arbeitsbesuche sowie Praktika vorgesehen.
Die Nichtregierungsorganisation TRATWA ist ein gemeinnütziger Verein in Polen und besteht seit 1997.Tratwa heißt im Deutschen „Floß“ und ist aus der Notsituation der damaligen Hochwasserkatastrophe entstanden. Mittlerweile ist die Bildungsarbeit der thematische Schwerpunkt des Vereins. Momentan setzen zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehrere Projekte in der Region Breslau/Wroclaw um, unterstützen freie Organisationen und Vereine und helfen ihnen beim Aufbau der notwendigen Infrastruktur. Der Verein bietet zudem soziale und integrative Angebote und fördert das bürgerschaftliche Engagement.
Die Zusammenarbeit des Paritätischen mit Polen existiert bereits seit vielen Jahren. Angefangen mit Hilfstransporten in den achtziger Jahren in der Ära der Bürgerbewegung „Solidarnosc“, schloss der Paritätische Niedersachsen nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Regimes mit freien und nichtregierungsabhängigen Organisationen 1995 eine Vereinbarung der deutsch-polnischen Zusammenarbeit im sozialen Bereich. Daraus entwickelte sich für den Paritätischen Braunschweig eine enge Partnerschaft mit Breslau/Wroclaw.
