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Essen auf Rädern feierte sein 50jähriges Bestehen mit rund 100 Gästen

Freuen sich über 50 Jahre "Essen auf Rädern": (v.l.) Geschäftsführer des Paritätischen, Henning Eschemann, Ilse Nuschenpickel, Marianne Loschke, Einsatzleiterin, Mathias Rauch, Sabine Rath, Karlotto Nuschenpickel, Monika Krosche und Iris Rauch

Eheparr Rauch und Ehepaar Nuschenpickel im Gespräch mit Geschäftsführer Henning Eschemann und Einsatzleiterin Marianne Loschke

Bürgermeisterin Annegret Ihbe überbrachte die Glückwünsche der Stadt

die Gäste genossen die Jubiläumsfeier...

bei Musik...

unterhielten sich ...

Zur Feierstunde des 50. Geburtstages von „Essen auf Rädern“ kamen rund einhundert Gäste, darunter Bürgermeisterin Annegret Ihbe, Geschäftsführer des Paritätischen Braunschweig, Henning Eschemann sowie Walter Bieler, ehemaliger Leiter der Kibis beim Paritätischen.  Als besondere Ehrengäste folgten auch Ilse und Karlotto Nuschenpickel als langjährige Weggefährten und Säulen von „Essen auf Rädern der Einladung zur Jubiläumsfeier. Ilse Nuschenpickel  war viele Jahre Büroleiterin von „Essen auf Rädern“, Karlotto Nuschenpickel war langjähriger Leiter der Mensa. Beide bildeten wichtige Säulen des Mahlzeitendienstes und waren gemeinsam mit Gründungsvater Karl-Heinz Loschke lange Zeit das Dreigestirn von „Essen auf Rädern“.  Auch Iris und Mathias Rauch, die mit Rauch-Frischmenue als kompetenter Partner „Essen auf Rädern“ zur Seite stehen und für eine große Auswahl an täglich frisch gekochten Mittagsmenüs sorgen, waren gekommen.  

Geschäftsführer Henning Eschemann begrüßte die Gäste, erzählte Anekdoten aus seinen persönlichen Anfängen als Sozialarbeiter und Erlebnissen mit „Essen auf Rädern“ und wies auf die große sozialpolitische Bedeutung dieses Mahlzeitendienstes hin. Denn, so Eschemann „sei Essen auf Rädern bis heute ein wichtiger Dienst und ermögliche es  vielen hilfsbedürftigen Menschen so lange wie möglich zu Hause zu leben.  Der Geschäftsführer dankte allen Fahrerinnen und Fahrer sowie den Kundinnen und Kunden für ihre Verbundenheit.

Bürgermeisterin Annegret Ihbe überbrachte die Glückwünsche der Stadt und hob die Bedeutung dieser Versorgung – insbesondere  für ältere Menschen – hervor: „Seniorinnen und Senioren spielen eine immer bedeutendere Rolle in unserer Gesellschaft. Inzwischen sind 25 Prozent aller Braunschweiger, das heißt rund 64.000 Bürger, älter als 60 Jahre. Daher kommt der Verbesserung ihrer Lebensqualität bei uns unter dem Motto „Braunschweig – lebenswert auch im Alter“ in den nächsten Jahren eine herausragende Rolle zu, um Älteren eine noch stärkere gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen", sagte Ihbe in ihrem Grußwort.

Der Paritätischen hat mit „Essen auf Rädern schon früh erkannt, dass viele ältere Menschen Schwierigkeiten haben, einzukaufen und sich selbst warme Mahlzeiten zuzubereiten. Unter Federführung des „geistigen“ Vaters diese Projektes, Karl-Heinz Loschkes, wurde am 18. Februar 1963 den Verein „Essen auf Rädern“ gegründet. Dadurch war es vielen Braunschweigerinnen und Braunschweigern möglich, weiterhin in ihrem vertrauten Umfeld zu wohnen und am dortigen gesellschaftlichen Leben – soweit gesundheitlich möglich – teilzunehmen. Heute ist „Essen auf Rädern“ ein unverzichtbarer Bestandteil des sozialen Netzes in unserer Stadt, das rund 400 ältere Bürgerinnen und Bürger, aber auch hilfs- und pflegebedürftige Personen mit einer warmen Mahlzeit versorgt – damit sichert der Mahlzeitendienst selbst in abgelegenen Stadtteilen, in denen die gewerbliche Konkurrenz aus wirtschaftlichen Gründen keine Essenslieferungen anbietet, eine Grundversorgung.“

Mit „Essen auf Rädern“ hat der Paritätische Braunschweig so frühzeitig ein Glied einer Versorgungskette geschaffen, das er bis heute quasi zu einer Rundum-Betreuung ausgebaut hat: Von ambulaten Pflege und familienentlastenden Diensten über Hsudnotruf, Alltagshilfen, einer ambulanten Dementenbetreuung bis hin zur Schwerst-behinderten-Betreuung bietet der Verband ein außerordentlich vielseitiges Netz der sozialen Versorgung in Braunschweig. Damit trägt er maßgeblich dazu bei, die breit gefächerte soziale Versorgung in Braunschweig aufrechtzuerhalten.

Die heutige Einsatzleiterin und Schwiegertochter des mittlerweile verstorbenen Gründungsvaters,  Marianne Loschke ist seit 24 Jahren bei „Essen auf Rädern dabei. In ihrer Rede gab sie einen sehr persönlich, mit vielen unterhaltsamen Anekdoten gespickten Rückblick. Gespräche am Familientisch mit ihrem Schwiegervater haben sie geprägt. Jetzt hat Marianne Loschke noch einmal die alten Akten zur Hand genommen, um Revue passieren zu lassen. „Essen auf Rädern“ war der erste Mahlzeitendienst in Niedersachsen und der dritte, nach Aachen und Krefeld, in der Bundesrepublik. Adventsfeiern unter der Federführung von Karl-Heinz Loschke, dem damaligen Geschäftsführer des Studentenwerks, von Studenten für ältere Menschen ausgerichtet – gaben die Initialzündung für diesen Hilfsdienst. Schnell wurde deutlich, dass viele der älteren Gäste aufgrund fehlender Mobilität nicht an den Feiern teilnehmen konnten. Demnach konnten diese Menschen auch im Alltag nicht mobil sein und waren auf Unterstützung angewiesen. So wuchs die Idee, das Mensaessen auch den hilfsbedürftigen Menschen zukommen zu lassen. Mit einem VW-Bulli und freiwilligen Studenten starteten die ersten Touren mit zehn Essen zu Braunschweiger Bürgerinnen und Bürgern. Die Resonanz war enorm, weiß Marianne Loschke, zu berichten. Rund 10.000 Portionen wurden bereits im ersten Jahr verteilt. Die damaligen Essenspreise waren sozial gestaffelt. So konnten sich auch ärmere Bürgerinnen und Bürger ein warmes Mittagessen leisten.

„Essen auf Rädern“ ist mehr als ein Mahlzeitendienst – auch heute noch. Der persönliche Kontakt ist da. Hier wird sich gekümmert.  „Wir schauen über den Tellerrand hinaus. Der persönliche Kontakt ist wichtig. Wir merken, wenn jemand Hilfe benötigt. Das „Essen auf Rädern“-Team ist geschult, schaut hin, sorgt, hört zu, ist aufmerksam. Wir bieten weitere Hilfen an oder vermitteln andere. Auch wird beispielsweise – wenn notwendig – sofort ein Arzt gerufen. Diese Gewissheit und Zuverlässigkeit ist für viele Kundinnen und Kunden beruhigend. Sie können sich auf uns verlassen“, sagt Einsatzleiterin Marianne Loschke.

"Essen auf Rädern" präsentiert sich 2013 modern und ansprechend. Mit einem abwechslungsreichen und großen Angebot verschiedenster Gerichtewird der Mahlzeitendienst den unterschiedlichsten Ansprüchen gerecht. Die neugestaltete Menükarte zeigt sich in einem ansprechenden, übersichtlichen Gewand.  Unter dem Motto "in Braunschweig für Braunschweiger gekocht - Leckeres aus der Region, frisch gekocht zuhause genießen" gibt es die wechselnden Speisekarten am sofort in einem einwöchigen Turnus.